Alle 3 Stunden eine Mahlzeit – Der Mythos über die Mahlzeitenfrequenz
Wahrheit über Mahlzeitenfrequenz

Alle 3 Stunden eine Mahlzeit – Der Mythos über die Mahlzeitenfrequenz

Es gibt im Bereich Fitness zu dem Thema Mahlzeitenfrequenz (d.h. in welchen Zeitabständen solltest du deine Mahlzeiten während des Tages zu dir nehmen) einige besonders hartnäckige Mythen.

Ich bin mir sicher, dass jeder Trainierende über folgende These Bescheid weiß:

Damit dein Körper nicht die hart erarbeiteten Muskeln abbaut, musst du alle 2 bis 3 Stunden eine Mahlzeit zu dir nehmen.

Das ist eine der bekanntesten Aussagen zur Mahlzeitenfrequenz in der Fitness-Szene.

Ob diese Aussage ihre Richtigkeit hat bezweifle ich. Es ist in meinen Augen eine Erfindung der Fitnessindustrie. Jeder der es schon mal versucht hat weiß, dass es nicht gerade einfach ist, sich während seines Alltags alle 2 bis 3 Stunden eine Mahlzeit zuzubereiten. Aber zum Glück gibt es ja noch die Eiweiß-Shakes, die uns aus der Klemme helfen. Und schon stecken wir den Unternehmen Geld in die Tasche, dass wir eigentlich für etwas sinnvolleres ausgeben könnten.

Hier findest du einen Artikel mit Fitness-Supplements, die deine Testosteronwerte steigern und ihr Geld wirklich wert sind:

Gehen wir dem Ganzen also ein wenig mehr auf den Grund:

 

 

 

Unser Körper glaubt, er sei ein Steinzeitmensch

Steinzeitmensch und Mahlzeitenfrequenz

Dein Körper mag sich in vielerlei Hinsicht an das Leben in der Zivilisation gewöhnt haben, jedoch gehört die Gewohnheit von vielen kleinen Mahlzeiten nicht unbedingt dazu.

Um es genau zu erklären, machen wir einen kurzen Exkurs in die Urgeschichte der menschlichen Evolution. In die Steinzeit!

Wie war wohl die Mahlzeitenfrequenz unserer Vorfahren? Die Steinzeit ist die früheste Epoche der Menschheitsgeschichte. Sie begann – nach dem heutigem Kenntnisstand – mit den ältesten gefunden Werkzeugen vor etwa 2,6 Millionen Jahren und galt in manchen Regionen erst 10.000 v. Chr. als beendet. Seitdem sind bis zur unserer heutigen Zeit etwa 12.000 Jahre vergangen. Meine Frage an dieser Stelle ist Folgende: Was sind 12.000 Jahre im Vergleich zu 2,6 Millionen Jahren? Die Antwort ist leicht zu beantworten, denn 12.000 Jahre sind lediglich ein kleiner Prozentsatz.

Man kann also an dieser Stelle zu dem Schluss kommen, dass wir uns über die meiste Zeit unserer Geschichte wie Steinzeitmenschen ernährt haben. Ich rede jetzt nicht von welchen Nahrungsmitteln wir uns ernährt haben (das ist ein Thema für sich), sondern lediglich in welchen Zeitabständen wir gegessen haben. Ich denken, dass sich jeder vorstellen kann, dass ein Steinzeitmensch nicht den Luxus hatte sich alle 2 bis 3 Stunden eine Mahlzeit zuzubereiten, denn das wäre in der damaligen Zeit unvorstellbar gewesen.

Was ich dir klar machen möchte ist, dass eine Ernährung, die über die größte Zeitspanne der menschlichen Evolution vorherrschte, auch heute noch unserer Natur am ehesten entspricht. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Unser Körper hat sich auf Grund der langen Zeit am meisten daran gewöhnt.

 

 

Aber wie hat denn ein Steinzeitmensch gegessen?

Affe fragt

Bezogen darauf, wie oft er gegessen hat sieht die Sache ganz simpel aus. Da es nicht möglich war auf Grund der damaligen Lebensumstände (Wildnis und gefährliche Tiere) jeden Tag mehrmals zu essen, war man gezwungen nicht so oft zu essen, aber dafür mehr auf einmal, um trotzdem seinen Energiebedarf zu decken.

Beziehen wir das Ganze nun auf ein Beispiel aus deinem Alltag. Wenn du definieren/Muskeln aufbauen  willst und du für dieses Ziel beispielsweise 2.500 Kalorien essen musst, dann spielt es keine Rolle ob du diese Kalorien auf 5 oder 2 Mahlzeiten verteilst. Wichtig ist nur, dass auf die Anzahl von Kalorien kommt, die einen zum Ziel näher bringen.

Wenn du also Muskeln aufbauen oder Fett verlieren willst, dann ist es weniger wichtig wie oft Du tagsüber Nahrung aufnimmst. Es ist viel wichtiger wie viel du im Gesamten an diesem Tag gegessen hast.

Beim nächsten mal musst du also nicht in Panik verfallen, wenn du mehr als 3 Stunden nichts isst. Nein die Muskeln gehen nicht sofort flöten. Dein Körper geht erst an deine Muskulatur wenn du ca. drei Tage nichts essen würdest, aber nicht schon nach drei Stunden. Wie bereits oben erwähnt, ist das in meinen Augen nur eine Erfindung der Fitnessindustrie, um uns mehr Produkte anzudrehen.

Ich habe für dich eine Studie gefunden die beweist, dass es nicht darauf ankommt wie oft du isst, sondern lediglich wie viel du isst.

 

 

 

Mahlzeitenfrequenz – Was sagt uns die Wissenschaft noch?

 

Um die oben genannten Thesen zu untermauern, habe ich einige Studien zu diesem Thema rausgesucht:

  • Die erste Studie zeigt, dass es innerhalb von 24 Stunden keinen Unterschied auf deinen Stoffwechsel macht, ob du mehrere kleine oder 1 bis 2 große Mahlzeiten isst (der Stoffwechsel bezeichnet die im Körper durchgeführten Prozesse zur Energiegewinnung).

  • Die zweite Studie: Sie untersuchte 3 verschiedene Essgewohnheiten. 1. Morgens wird nichts gegessen. 2. Zwei große Mahlzeiten pro Tag. 3. Sechs große Mahlzeiten pro Tag. Dabei gab es keine Unterschiede in der täglichen Kalorienzufuhr. Man stellte fest, dass der Körper bei den ersten beiden Gewohnheiten einen etwas besseren Stoffwechsel vorweist.

  • Die letzte Studie sah wie folgt aus: 12 Männer sollten ihre täglichen Kalorien für zwei Tage auf 3 Mahlzeiten verteilen und dann anschließend für weitere 2 Tage auf 14 Mahlzeiten verteilen. Das Ergebnis: Der Stoffwechsel wurde bei der Verteilung auf 3 Mahlzeiten mehr angeregt.

 

 

 

Fazit

Du siehst also, dass es genug Belege gibt die, die „Alle-2-bis-3-Stunden-Essen-These“ entkräften. Die Geschichte über die Mahlzeitenfrequenz ist also nicht ganz so zutreffend.

Ich bin mir darüber bewusst, dass es auch einige Belege dafür gibt, warum mehrere kleine Mahlzeiten am Tag gut sind und ich will diese nicht als falsch bezeichnen. Ich will hier lediglich sagen, dass es im Fall der Gewichtszunahme bzw. Abnahme keinen Unterschied macht, ob du deine Kalorien auf 6 oder auf 2 Mahlzeiten verteilst.

Verfalle beim nächsten Mal also nicht in Panik (so wie ich es in der Vergangenheit tat 😀 ), weil du vielleicht länger als 5 Stunden nichts essen konntest. Esse bei der nächsten Mahlzeit einfach eine doppelte Portion.

Im nächsten Artikel zeige ich dir eine Essgewohnheit, die sich Intermittent Fasting (IF) bzw. Periodisches Fasten nennt. Dabei isst du nur einmal am Tag, ganz gleich ob du Muskeln aufbauen oder Fett verlieren möchtest. Schau also mal rein:

Ich hoffe ich konnte dir mir diesem Artikel ein wenig die Augen zu diesem Thema öffnen. Wenn du mehr über Testosteron und die Fettverbrennung erfahren willst, schau einmal hier:

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Bis zum nächsten Mal!

Brian